OECD-PaRIS & Schweiz: Was Patient:innen berichten – Bedeutung für Praxen
PaRIS misst Versorgungsqualität aus Patientensicht (PREMs/PROMs). Die Schweizer Beteiligung zeigt, wie Praxen eingebunden werden und welche Erkenntnisse für Qualitätsmanagement und Praxisorganisation besonders relevant sind.
Das Wichtigste auf einen Blick
- PaRIS misst Versorgungsqualität aus der Perspektive von Patient:innen (PREMs und PROMs)
- Die Schweiz beteiligt sich aktiv – Hausarztpraxen werden in die Datenerhebung eingebunden
- Ergebnisse liefern konkrete Impulse für QM-Massnahmen und Praxisorganisation
Worum geht es bei PaRIS?
Die OECD-Studie PaRIS (Patient-Reported Indicator Surveys) erhebt erstmals international vergleichbare Daten zur Versorgungsqualität aus Patientensicht. Im Fokus stehen chronisch kranke Patient:innen in der ambulanten Grundversorgung.
PREMs und PROMs verstehen
Zwei zentrale Konzepte stehen im Mittelpunkt:
- PREMs – Patient-Reported Experience Measures: Wie erleben Patient:innen die Versorgung? (Kommunikation, Wartezeiten, Koordination)
- PROMs – Patient-Reported Outcome Measures: Wie bewerten Patient:innen ihr Behandlungsergebnis? (Lebensqualität, Symptomkontrolle)
PaRIS in der Schweiz
Die Schweiz beteiligt sich aktiv an der OECD-PaRIS-Studie. Die Datenerhebung erfolgt in Zusammenarbeit mit Hausarztpraxen und richtet sich an Patient:innen mit chronischen Erkrankungen. Teilnehmende Praxen unterstützen die Studie durch:
- Bereitstellung anonymisierter Patientendaten
- Verteilung von Patientenfragebögen
- Rückmeldung zu Praxisstrukturen und -prozessen
Relevanz für Praxen
Auch ohne direkte Teilnahme profitieren Praxen von den Ergebnissen:
- Versorgungslücken aus Patientensicht erkennen
- Benchmarking: Wie steht die eigene Praxis im Vergleich?
- Kommunikation und Koordination gezielt verbessern
- QM-Massnahmen evidenzbasiert priorisieren
- Evidenzbasierte Argumente für QM-Investitionen
Tipp
Integrieren Sie einfache Patientenbefragungen in Ihren Praxisalltag. Schon wenige Fragen zur Zufriedenheit liefern wertvolle Hinweise für Verbesserungen. Verfolgen Sie zudem die BAG-Publikationen zur PaRIS-Studie.
Fazit
PaRIS macht Versorgungsqualität messbar und vergleichbar. Die Perspektive der Patient:innen ist ein unverzichtbarer Baustein für ein umfassendes Qualitätsmanagement. Für Praxen in der Schweiz bedeutet das: neue Impulse für die eigene Qualitätsentwicklung.