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Art. 58 KVG – Qualität in der Praxis.Mehr erfahren
Abrechnung03. Februar 20266 Min. Lesezeit

TARDOC im Praxisalltag: Korrekt abrechnen und Rückweisungen vermeiden

TARDOC ist seit 2026 Realität. Worauf Praxen bei Spartenerkennung, Bewilligungen und Dokumentation achten müssen – und wie sich Rückweisungen vermeiden lassen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Spartenerkennung ist entscheidend: KVG, UVG, IVG oder VVG korrekt zuordnen
  • Bewilligungspflichten und Dokumentation konsequent einhalten
  • Software-Konfiguration und Prozesse regelmässig prüfen, um Rückweisungen zu minimieren

TARDOC ist Alltag – was jetzt zählt

Mit der Einführung von TARDOC hat sich die ambulante Abrechnung in der Schweiz grundlegend verändert. Die Umstellungsphase ist vorbei – jetzt geht es darum, im Alltag korrekt und effizient abzurechnen. Viele Praxen kämpfen noch mit Rückweisungen, unklaren Spartenlogiken oder fehlenden Nachweisen. Dieser Artikel zeigt, worauf es ankommt.

Spartenerkennung und Spartenlogik

Die korrekte Zuweisung zur richtigen Sparte ist die Basis jeder TARDOC-Abrechnung. Fehler hier führen fast immer zu Rückweisungen.

  • KVG (Krankenversicherung): Standardfall für die meisten Konsultationen
  • UVG (Unfallversicherung): Bei Arbeits- und Freizeitunfällen – Unfalldatum dokumentieren
  • IVG (Invalidenversicherung): Nur mit gültiger IV-Verfügung abrechenbar
  • VVG (Zusatzversicherung): Separate Rechnungsstellung, oft andere Tarifstrukturen

Rückweisungen vermeiden

Die häufigsten Gründe für Rückweisungen lassen sich mit klaren Prozessen vermeiden:

  • Vollständige Patientendaten: Versichertennummer, Geburtsdatum, korrekte Adresse
  • Diagnose-Codes: ICD-10-Codes vollständig und plausibel angeben
  • Leistungskombinationen: Nicht alle TARDOC-Positionen sind kombinierbar – Ausschlusslisten beachten
  • Zeitangaben: Minutagen realistisch und nachvollziehbar dokumentieren
  • Bewilligungen: Kostengutsprachen vor Behandlung einholen, wo erforderlich

Bewilligungen und Dokumentation

Bestimmte Leistungen erfordern eine vorgängige Bewilligung durch den Versicherer. Ohne gültige Kostengutsprache droht die Ablehnung der gesamten Rechnung.

  • Teure Untersuchungen und Behandlungen: MRI, CT, spezialisierte Therapien
  • Langzeitbehandlungen: Physiotherapie-Serien, Psychotherapie-Kontingente
  • Medikamente der Spezialitätenliste: Limitationen und Auflagen prüfen
  • Dokumentationspflicht: Behandlungsverlauf, Indikation und Ergebnisse festhalten

Praxisprozesse und Software-Konfiguration

Technische Einstellungen und klare Abläufe sind die Grundlage für eine reibungslose Abrechnung:

  • Software aktuell halten: TARDOC-Updates zeitnah einspielen
  • Stammdaten pflegen: Leistungserbringer-Nummern, ZSR, GLN korrekt hinterlegen
  • Validierungsregeln aktivieren: Automatische Prüfung auf häufige Fehler
  • Rechnungskontrolle vor Versand: Stichproben durch geschultes Personal
  • Schulungen: Team regelmässig über Neuerungen informieren

Tipp

Führen Sie ein monatliches Rückweisungs-Monitoring ein. So erkennen Sie Muster und können gezielt nachbessern – bevor sich Fehler wiederholen.

Fazit

TARDOC ist kein Hexenwerk, aber es erfordert Sorgfalt. Wer Spartenerkennung, Bewilligungen und Dokumentation im Griff hat, vermeidet Rückweisungen und sichert den Cashflow der Praxis. Regelmässige Prozesskontrollen und ein gut geschultes Team machen den Unterschied.

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