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Art. 58 KVG – Qualität in der Praxis.Mehr erfahren
Digital04. Februar 20266 Min. Lesezeit

Telemedizin in der Praxis: Was heute möglich ist – und was sich wirklich lohnt

Videokonsultationen sind in der Schweiz angekommen. Wir zeigen, welchen Nutzen Telemedizin für Praxen bietet, wo die Grenzen liegen und wie der Einstieg gelingt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Videokonsultationen eignen sich besonders für Folgetermine und Beratungsgespräche
  • Technische Hürden sind heute überschaubar – auch für kleinere Praxen
  • Klare Grenzen: Physische Untersuchungen und Notfälle bleiben Präsenztermine

Telemedizin in der Schweiz – ein Überblick

Telemedizin hat sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Was während der Pandemie aus der Not heraus entstand, ist heute ein etablierter Bestandteil der Patientenversorgung. In der Schweiz nutzen bereits zahlreiche Praxen Videokonsultationen – von der Hausarztpraxis bis zur spezialisierten Fachpraxis.

Wo Telemedizin sinnvoll ist

Nicht jede Konsultation eignet sich für Video. Aber viele Situationen profitieren davon:

  • Folgekonsultationen bei bekannten Patient:innen
  • Besprechung von Laborergebnissen und Befunden
  • Beratungsgespräche und Therapieanpassungen
  • Krankheitsmeldungen und kurze Abklärungen
  • Nachsorge nach Eingriffen oder Spitalaufenthalten
  • Patient:innen mit eingeschränkter Mobilität

Grenzen der Fernbehandlung

Telemedizin ersetzt nicht den persönlichen Kontakt. Diese Situationen erfordern weiterhin Präsenztermine:

  • Physische Untersuchungen (Palpation, Auskultation)
  • Notfälle und akute Beschwerden
  • Erstdiagnosen bei komplexen Symptomen
  • Eingriffe und Behandlungen vor Ort
  • Patient:innen, die digitale Tools nicht nutzen können oder wollen

Technische Anforderungen

Der Einstieg ist heute einfacher als viele denken:

  • Stabile Internetverbindung (mindestens 10 Mbit/s empfohlen)
  • Kamera und Mikrofon (integriert in Laptop oder externes Setup)
  • Zertifizierte Videokonferenz-Software (HIN-konform oder gleichwertig)
  • Ruhiger, diskreter Raum für die Konsultation
  • Backup-Plan bei technischen Problemen

Integration in den Praxisalltag

Erfolgreiche Telemedizin erfordert klare Prozesse:

  • Terminvergabe: Klare Kennzeichnung von Video- vs. Präsenzterminen
  • Vorbereitung: Patient:innen erhalten Anleitung und Zugangsdaten
  • Durchführung: Pünktlichkeit und professionelles Setting
  • Dokumentation: Gleiche Sorgfalt wie bei Präsenzterminen
  • Nachbereitung: Rezepte und Überweisungen digital übermitteln

Tipp

Starten Sie mit einem überschaubaren Zeitfenster für Videokonsultationen – zum Beispiel zwei Halbtage pro Woche. So sammeln Sie Erfahrung, ohne den gewohnten Praxisbetrieb zu stören.

Fazit

Telemedizin ist kein Ersatz für die persönliche Begegnung, aber eine sinnvolle Ergänzung. Praxen, die Videokonsultationen gezielt einsetzen, können ihre Kapazitäten effizienter nutzen und Patient:innen mehr Flexibilität bieten. Der Einstieg ist heute einfacher denn je.

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